Zukunft fördern - Energie und High-Tech-Rohstoffe aus Ampfing

Tradition der Erdölförderung in der Region

Erdölförderung in Bayern

Blickt man zurück auf die Anfänge, lässt sich schnell erkennen, dass die eigentliche Erdölförderung in Bayern erst spät begonnen hat. Zwar kam es zu Beginn des 20. Jahrhunderts plötzlich zum so genannten „Öl-Boom“, der die Gründung der „Ersten Bayerischen Petroleum Gesellschaft mbH“ zur Folge hatte. Jedoch flachte die anfängliche Euphorie schnell ab, als man bei Probebohrungen keine brauchbaren Ergebnisse erzielte. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs machte man bedeutendere Entdeckungen, so dass man mit der Förderung beginnen konnte. Bis heute wurden etwa 60 Erdöl- und Erdgasvorkommen in ganz Bayern entdeckt. Die Ölquellen lieferten seit dem ersten Tag der Förderung bis heute etwa sieben Millionen Tonnen Erdöl und versorgten Haushalte und Unternehmen.

Wenn aus dem Heilmittel ein Hightech-Rohstoff wird

Das Öl hat sich vom Heilmittel zum Hightech-Rohstoff entwickelt und ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. So steckt in den meisten unserer Alltagsgegenstände dieser flüssige Stoff in seiner Ursprungsform. Öl ist und kann eben mehr sein, als nur ein Energielieferant. Von den in Deutschland erzeugten Ölfertigprodukten wurden im Jahr 2012 (IEA Statistic) wiederum 3,5 Prozent unmittelbar von der Industrie als Energieträger verbraucht, 53 Prozent beanspruchte der gesamte Verkehrssektor wie Straßenverkehr (Individualverkehr, Personen- und Frachttransport), Luftverkehr (Kerosin) und Binnenschifffahrt, 14 Prozent nahm die Heizenergie für Endverbraucher in Anspruch, 8 Prozent diejenige von Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Einrichtungen. 21 Prozent gingen schließlich als Ausgangsstoffe in die chemische Weiterverarbeitung etwa zu Düngemitteln, Herbiziden, Schmierstoffen, zu Kunststoffen, Textilfasern, zu Farben, Lacken, Kosmetika, zu Lebensmittelzusatzstoffen oder Medikamenten. Diese vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten zeigen beispielhaft, dass der Rohstoff Erdöl in einer modernen Industrienation von elementarer Bedeutung.

 

Der High-Tech-Rohstoff Erdöl ist in vielen Alltagsgegenständen enthalten.

 

Förderung in Bayern

Erdöl lagert in den Poren tiefer Gesteinsschichten der Gesteinsformationen Bayerns, wo der Rohstoff wie in einem Schwamm gespeichert ist. Meist befinden sich die „Erdölfallen“ unter einer Kuppel aus undurchlässigem Gestein. Das Erdöl ist im Laufe von Millionen Jahren von seinem Entstehungsort („Muttergestein“) nach oben in poröse Schichten („Speichergestein“) gewandert. Der Rohstoff steht unter der Erde oft unter großem Druck, der pro zehn Meter Tiefe um ungefähr ein bar zunimmt. Ist eine solche Lagerstätte mit Hilfe einer Bohrung „angezapft“, strömt das Öl von selbst zur Bohrung. Um einen kontrollierten Transport und Austritt zu gewährleisten, wird das Öl in einem Steigrohr bis an die Erdoberfläche geleitet. Über dem Bohrloch installiert man an der Oberfläche ein „Eruptionskreuz“ mit Ventilen und Druckmessern. Die Ventile schließen im Falle eines zu hohen Druckanstieges sofort und automatisch. Wenn der Druck im Laufe der Förderung nachlässt, müssen Pumpen beim Aufstieg des Öls nachhelfen. 

Daten Erdöl in Bayern

Die Erdöl- und Erdgasaufsuchung und -förderung in Bayern hat mehr als ein halbes Jahrhundert Tradition.

Ende 2013 waren in Bayern vom Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie insgesamt elf Erlaubnisse zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen an sieben verschiedene Firmen vergeben.

Produziert wurden im Jahr 2014 insgesamt ca. 43.000 Tonnen Erdöl aus den drei Feldern Aitingen, Hebertshausen und Schwabmünchen. 

Damit liegt Bayern bei der Erdölproduktion in Deutschland nach Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Rheinland Pfalz auf dem 4. Platz.

Da sowohl für die Aufsuchungserlaubnis als auch für die Förderung Abgaben zu leisten sind, ist die Aktivität in diesem Bereich ein wichtiger Beitrag zum bayerischen Staatshaushalt.

 


Erdölproduktion sowie Reserven in Bayern, 1997-2014
Quelle: Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), www.lbeg.niedersachsen.de 

 

Förderstätten in Bayern

Im Jahr 2013 wurde in Bayern aus drei Ölfeldern gefördert: In Großaitingen, südlich von Augsburg (1976 erschlossen; Förderung durch Wintershall), wurden 37.543 Tonnen Erdöl gefördert. Das Feld Hebertshausen, nördlich von Dachau (1981 erschlossen; Förderung durch DEA), erbrachte 1.155 Tonnen Rohöl. Die Förderung im Feld Schwabmünchen (1968 erschlossen; Förderung durch Wintershall) produzierte 7.302 Tonnen Rohöl. Seit 1999 findet in Bayern wieder eine verstärkte Explorationstätigkeit statt. 2011 konnte die RAG mit der Bohrung Assing R1 bei Taching am See wieder ein wirtschaftlich förderbares Gasvorkommen erschließen. 

In Ampfing begannen 1953 nach seismischen Untersuchungen umfangreiche Bohrtätigkeiten. Der Zusammenschluss der fördernden Unternehmen stieß bereits nach einer zweiten Probebohrung auf Erdöl. Der ölhaltige Sandstein in ca. 1.750 Metern Tiefe bekam den Namen „Ampfinger Sandstein". Die Vakuum Oel AG übernahm die Förderung und ließ sich in Ampfing nieder, um von hier aus die oberbayerische Erdöl- und Erdgasexploration und den Vertrieb zu leiten. Der Pumpenbock in Ampfing ist bis heute das Symbol für die Verbundenheit der Stadt mit dem High-Tech-Rohstoff Erdöl.